Die Geschichte

Idee und Philosophie der fairPla.net eG sind nicht erst 2006/2007 vom Himmel gefallen – vielmehr wurde die Genossenschaft initiiert vom Verein Süd-Nord-Ost-West-Netzwerk
(S-N-O-W e.V.) und der Watt fair GmbH (inzwischen umbenannt in fairPla.net Energy GmbH), beide ebenfalls mit Sitz in Münster.

Die beiden Organisationen wurden gegründet in dem Bewusstsein, dass die weltweite Energieversorgung Dreh- und Angelpunkt der globalen Probleme ist – mit ihr stehen und fallen Klimaschutz und gerechte Entwicklungschancen, mittelbar sorgt sie für Konfliktpotentiale und schlimmstenfalls Kriege um schwindende Ressourcen.

S-N-O-W und Watt fair haben die fairPla.net-Philosophie bereits seit Ende der 90er Jahre in mehreren Pilotprojekten umgesetzt - unter anderem durch den Bau von zwei 850 kW Windkraftanlagen in Münster, die Installation von 9 Photovoltaik-Anlagen in Münster, Hamm, Havixbeck, Gelsenkirchen, Rheine und Solingen sowie den Bau einer 660 kW-Windkraftanlage in Geseke /Ostwestfalen.

Verbunden mit diesen Projekten sind ein Dorf-Solarprojekt in Indien und ein 600 kW-Windkraftprojekt in Weißrussland, zudem wurde ein Betrieb für Entwicklung, Produktion und Vertrieb von Solar- und Windkrafttechnologie in Afghanistan kofinanziert und ein Solarprojekt für fünf Schulen im Hochland der Anden unterstützt.

Während die Projekte anfangs noch ausschließlich mit Spenden finanziert wurden, kam zunehmend auch Investitionskapital von Bürgerinnen und Bürgern ins Spiel. Im Laufe der Jahre zeigte sich: das weitaus stärkste Potential zur überzeugenden Umsetzung der Philosophie vom „Partnerschaftlichen globalen Wirtschaften mit dreifachem Gewinn“ steckte in solchem bürgerschaftlichen Unternehmertum.

Was jedoch noch fehlte, war eine Organisation, in der sich Menschen unkomplizierter beteiligen können als in einer GmbH oder GmbH & Co. KG, und die auch von ihrer rechtlichen Form her stärker den verfolgten Zielen entspricht.

Vor diesem Hintergrund wurde die Form der Genossenschaft gewählt,

weil sie als Unternehmensform am ehesten der Philosophie entspricht, dass globale Probleme wie der Klimawandel nur gemeinsam zwischen reichen und armen Ländern bewältigt werden können;

weil die vergleichsweise unkomplizierte Form des Beitritts Mitgliedern entgegenkommt und unabdingbare Voraussetzung für die Kooperation mit Partnern aus dem Süden und Osten ist;

weil bei dieser Unternehmensform nicht allein die Technik (Energie um der Energie willen) oder der monetäre Gewinn (Geld um des Geldes wegen), sondern der mit dem Geld- und Technikeinsatz verbundene Nutzen für Mensch und Umwelt im Vordergrund steht;

weil die Genossenschaft damit die ideale Organisationsform ist, um mittels gemeinschaftlichem Geschäftsbetrieb gemeinsame Ressourcen zu nutzen und gemeinsame Ziele zu verfolgen.

Die fairPla.net eG wurde von mehreren Energie- und Entwicklungsfachleuten aus dem Bundesgebiet und dem Ausland gegründet, um mit der Genossenschaft über eine Unternehmensform zu verfügen, an der sich viele Menschen unkompliziert wirtschaftlich beteiligen können – unter den Gründungsmitgliedern finden sich zahlreiche Frauen und Männer, die durch ihr jahrelanges ehrenamtliches Engagement und ihre fachkundige ehrenamtliche Beratung die Durchführung der Pilotprojekte und damit die Entwicklung der fairPla.net-Idee erst möglich gemacht haben.