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Kenia-Projekt trotzt Klima, Corona und Heuschreckenplage

23.04.2020

Wie jedes Jahr hat atmosfair das Projekt unseres kenianischen Partners „Sustainable Energy Strategies“ (SES) im Nairobi River Basin besucht und die Eindrücke für fairPla.net dokumentiert. Zahlreiche zufriedene Rückmeldungen, auch von den ersten Kund*innen aus dem Jahr 2012, haben die Qualität der Mini-Biogasanlagen von SES erneut bestätigt.
Im ersten Quartal 2019 konnte SES den Anlagen-Zubau deutlich steigern – nicht zuletzt Dank des sogenannten „Buddy”-Programms, in dessen Rahmen überzeugte Biogas-Nutzer*innen weitere Interessierte werben und im Gegenzug einen Kreditzuschuss für ihre eigene Anlage erhalten.
In einem Telefonat mit Vorstandsmitglied Sabine Terhaar zur Jahreswende 2019/2020 musste David Karanja dann leider von außergewöhnlich heftigen und anhaltenden Regenfällen während des letzten Quartals 2019 berichten, durch die viele Menschen ihre Häuser verloren, einige sogar ihr Leben gelassen hatten. In der Folge brachten Überschwemmungen den Zubau zum Erliegen: viele Lehmgruben für die Ziegelherstellung waren nicht mehr erreichbar, das Trocknen der Ziegel unmöglich, und Baugruben für Biogasanlagen liefen voll Wasser.
Klimaforscher vermuten hinter dieser für die Jahreszeit ungewöhnlichen Regenperiode den Einfluss der fortschreitenden Erderwärmung.
Im Januar 2020 ebbten die Regenfälle ab, und SES konnte laut atmosfair innerhalb kurzer Zeit 11 neue Anlagen bauen – bevor der Ausbau wegen der Corona-bedingten Ausgangssperre für Nairobi erneut verlangsamt wurde, da David Karanja seither nicht ins Umland fahren kann.
Eine ganze Reihe von Aufträgen müssen nun leider warten: viele Kleinbauern haben sich vom rauchfreien, gesundheitsschonenden Kochen, eingesparten Brennholzkosten und Ertragssteigerungen durch Düngung mit dem verbleibenden Schlamm überzeugen lassen und bereits Anlagen bestellt.

13 weitere Handwerker und Maurer hat David zwischenzeitlich ausgebildet, auf deren Mitarbeit er zukünftig zusätzlich zurückgreifen kann. Die Zeit der Ausgangssperre nutzt er, um Unterstützung für den anschließend beschleunigten Vertrieb zu gewinnen.
Wann und in welchem Umfang der wieder aufgenommen werden kann, lässt sich noch nicht absehen – zumal die kenianische Bevölkerung seit Anfang des Jahres auch unter der verheerenden Heuschrecken-Plage leidet, die Ostafrika heimgesucht hat.

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