Die internationale Genossenschaft für Klima, Energie und Entwicklung

Emissionsrückgang trügt: Klimaziele verschärfen!

16.03.2021

Über 85 Organisationen aus allen Teilen der Zivilgesellschaft – darunter auch fairPla.net – haben in einem gemeinsamen Appell gefordert, das nationale Klimaschutzgesetz an das neue EU-Ziel anzupassen.
„Der Rückgang der Emissionen in 2020 ist ein Einmaleffekt der Corona-Krise. Was wir aber brauchen ist eine wirksame Klimapolitik – sonst werden die Emissionen wieder steigen. Es ist wichtiger denn je, dass die Bundesregierung beim Klimaschutz Tempo macht”, sagt Dr. Christiane Averbeck, Geschäftsführerin der Klima-Allianz Deutschland. Dies sei auch deshalb geboten, weil die Staats- und Regierungschefs im Dezember beschlossen haben, das Klimaziel 2030 in Europa von 40 auf mindestens 55 Prozent Treibhausgasreduktion anzuheben. Dieser Beschluss greift auch für Deutschland. Entsprechend müssen nun die deutschen Klima- und Sektorziele im Klimaschutzgesetz angehoben werden.
„Ohne eine Nachschärfung des Klimaschutzgesetzes werden wir beim Klimaschutz nicht ausreichend vorankommen”, erklärt Averbeck. So besteht die Gefahr, dass die Bundesregierung in diesem Jahr beim Klimaschutz nichts tut, weil das Gesetz falsche Maßstäbe ansetzt. Die fortschreitende Klimakrise und die Vorgaben der EU und aus dem Pariser Klimaabkommen erfordern aber ein schnelleres und konsequenteres Handeln. „Untätigkeit können wir uns nicht leisten! Auch wir müssen einen Beitrag zu den internationalen Vereinbarungen leisten”, erklärt Averbeck. Damit das Klimaschutzgesetz richtig wirken kann, muss die Bundesregierung eine Reform noch vor der Bundestagswahl durch den Bundestag bringen und wirksame Klimaschutzmaßnahmen ergreifen.