Die internationale Genossenschaft für Klima, Energie und Entwicklung

Logo World energy school

world.energy.school – 25 Schulen lernen, arbeiten, sammeln und wirtschaften für den dreifachen Gewinn

Ein ambitioniertes Vorhaben hatten sich S-N-O-W e.V. und Watt fair GmbH in den Jahren 2002 – 2004 vorgenommen. Gemeinsam mit 25 Schulen aus 6 Orten in NRW sollte ein ”Schüler-Sonne-und-Wind-Projekt” entstehen: getragen von vielfältigen Spendenaktionen und begleitet von interessanten Unterrichtseinheiten wurde der Bau einer Windkraftanlage und mehrerer Solaranlagen anvisiert. Sie sollten nach dem bekannten Dreifach-Prinzip für Arbeitsplätze und globalen Klimaschutz sorgen und Gewinne für Auslandspartner erwirtschaften.

Nach Beseitigung vieler Schwierigkeiten konnte world.energy.school im Herbst 2004 erfolgreich abgeschlossen werden: Sechsmal Wind- und Solarenergie von und mit Schülern

Folgende Anlagen entstanden unter Einbeziehung verschiedenster Aktivitäten:
Eine 850 kW – Windanlage in Münster-Amelsbüren

Fünf Gemeinschafts-Solaranlagen in:
Gelsenkirchen (8,2 kW), Hamm (7,9 kW), Solingen (7,9 kW), (Foto unten, 1. Reihe, v.l.n.r)
Havixbeck (9,9 kW), Rheine (5,8 kW), eine Einzelschulanlage (2,45 kW) in Münster (Foto unten, 2.Reihe, v.l.n.r)

Das Investitionsvolumen für die Windkraftanlage betrug rund
850.000 Euro, für alle Solarstromanlagen rund 250.000 Euro.

Integration in den Unterricht

Über eine unterrichtliche Einbindung des Themas ”Rationelle Energieverwendung / Erneuerbare Energien” wurden SchülerInnen auch inhaltlich am Themenkomplex beteiligt.

Und zwar durch unterschiedlichste Maßnahmen: vom Technik-Vortrag über die Besteigung einer Windkraftanlage, den Bau von Solarkochern bis hin zu Satellitenbildpräsentationen.

Begeistert waren die SchülerInnen in der Regel von handlungsorientierten Unterrichts-ansätzen: von der Besteigung einer Windkraftanlage, um etwas anschaulich über die Technik zu lernen; vom Bau von Solarlampen, Solarkochern oder kleinen Windrädern; vom kreativen Arbeiten in den Schülerfirmen. Mit dem technisch-wirtschaftlichen Zugang zum Thema “Energie” gelang es, die SchülerInnen für die Frage des Umweltschutzes und der globalen Gerechtigkeit zu sensibilisieren.

Viele SchülerInnen konnten die komplexe Idee – das Engagement für Arbeit und Umwelt im industrialisierten Norden mit dem Engagement für Umwelt und Entwicklung im Süden zu verbinden – in ihren Aktivitäten gut darstellen.

Brückenschlag zu den Indios im Hochland der Anden

Seit Herbst 2005 besteht eine „Energiebrücke“ zwischen Nordrhein-Westfalen und dem Anden-hochland. Denn mit den ersten Ausschüttungen aus den deutschen Energieanlagen von world.energy.school wird ein Vorhaben von Solar Global e.V. und Eco Andina im argentinischen Hochland der Anden gefördert. Im sogenannten Altiplano leben die Indios unter ärmlichen Verhältnissen in Höhen bis zu 3700 m. Entsprechend kalt sind die Tage und Nächte, es herrscht außerordentliche Trockenheit und die Vegetation ist karg. Einzige Energiequelle sind bislang die immer spärlicher wachsenden Tola-Sträucher. Wegen ihrer zunehmenden Ausbeutung sind inzwischen weite Wege auf der Suche nach Brennmaterial zu absolvieren – Männer, Frauen und Kinder verbringen damit täglich bis zu drei Stunden.

In den vorherrschenden Internatsschulen wird deshalb kaum geheizt, d.h. die Kinder müssen bei Temperaturen zwischen 0°C und 8°C lernen und nachts bei Werten unter dem Gefrierpunkt schlafen. So wundert es wenig, dass jährlich viele tausend Kinder unter fünf Jahren in diesen Regionen an Atemwegserkrankungen sterben. Gleichzeitig hat das Altiplano aber eine der höchsten Solareinstrahlungen der Welt. Was liegt also näher, als die Kraft der Sonne zu nutzen?

Entsprechend konzipierten die Fachleute von Solar Global e.V. und EcoAndina ein Projekt mit fünf Bausteinen:

  • Bau von Solar-Heizungen für vier Kindergärten bzw. Schulen, um die Lern- und Entwicklungsbedingungen von Schulkindern zu verbessern
  • Einrichtung von vier öffentlichen Solar-Bädern, um die sanitären und hygienischen Verhältnisse zu verbessern
  • Einrichtung von vier solaren Großküchen und Familienkochern, um Brennholz einzusparen und das zeitaufwändige Holzsammeln zu reduzieren
  • Einsatz von solarer Tröpfchenbewässerung in sechs Gemeinden, um das Nahrungsmittelangebot zu verbessern
  • Durchführung von zwei Schulungskursen für Bau, Betrieb und Wartung der Anlagen

zurück