Die internationale Genossenschaft für Klima, Energie und Entwicklung

Aktuelle Projekte im Süden - Philippinen

Licht(blick) für Entwicklung und Klima: Partnerprojekt für 1350 Familien

Farmerin mit Solarlicht

Sampitan – ein abgeschiedenes Dorf in der philippinischen Provinz Quezon. 2.500 Philippinos leben hier ohne Zugang zu regulärer Energieversorgung, bestreiten ihren Lebensunterhalt durch Fischen und Kokosnuss-Schälen. Einen erheblichen Teil ihrer kargen Einkünfte verwenden sie, um Treibstoff für Kerosin-Leuchten zu kaufen oder Batterien für kleine Elektrogeräte – gesundheits- und umweltschädliche Auswirkungen inklusive.

Doch die Stiftung Solarenergie (StS) verfolgt das Ziel, die Versorgungssituation dieses und vieler ähnlicher Dörfer zu verbessern. Dazu kooperiert sie mit dem sozialen Unternehmen Hybrid Social Solutions (HSSi) und lokalen NGOs. In Sampitan z.B. vermittelte die dort im Bildungsbereich engagierte Eastern Twin Star Stiftung eine lokale Kooperative.

Als der regionale HSSi-Vertreter mit den Sampitanern sondierte, inwieweit ihnen Solartechnologie – hier eine Solarleuchte mit Batterie-Ladegerät – dienlich sein kann, sahen sie schnell zahlreiche Möglichkeiten: eine zuverlässige, ungefährliche und ngiftige Beleuchtung während der früh einsetzenden Dunkelheit – wichtig vor allem für die Kinder bei abendlichen Schulaufgaben und für einträgliche Betätigungen der Erwachsenen; eingesparte Kosten für Kerosin und Batterien; Licht für den Krabbenfang bei nächtlicher Ebbe; Beleuchtung für abendliche Dorfversammlungen; Laden von Mobiltelefonen.

Mit einem Darlehen von 15.000 € hat die fairPla.net eG den Kauf von zunächst 450 Solarleuchten ermöglicht – die nun von HSSi und dem lokalen Partner im Rahmen eines Mikrokreditsystems an die vielen interessierten Familien in Sampitan und Umgebung verkauft werden. Aus eingesparten Kerosin- und Batteriekosten wird erfahrungsgemäß der Kredit für die Leuchte binnen einem Jahr getilgt, so dass das fairPla.net-Darlehen während der vierjährigen Projekt-Laufzeit noch zwei weitere Male für die Vor-Finanzierung von 450 Solarleuchten genutzt werden kann. Nach Tilgung des Mikrokredits kommen die eingesparten Kosten den Familien direkt zugute

Der fairPla.net e.V. fördert parallel mit 3.500 € Schulungs- und Ausbildungsmaßnahmen: StS und HSSi wollen nicht nur Technologie verbreiten, sondern den sicheren und kreativen Umgang damit vermitteln, mit den Dorfbewohnern weiterentwickeln – und genügend Menschen für die Wartung und Reparatur der Leuchten qualifizieren.


Interessierte werden im Umgang mit Solarlampen geschult

Ende 2011 hat die Nichtregierungsorganisation Planete d´Entrepreneurs das Solarprojekt hinsichtlich seiner sozialen und ökologischen Auswirkungen untersucht. Die französische Organisation konnte bei der Befragung von über 100 Kundinnen und Kunden in den Regionen Mindoro und Palawan gute Ergebnisse feststellen. Die wichtigsten Resultate:

  • Solarlampen erhöhen den Cash-Flow in Haushalten um 41 US-Dollar im Monat, was eine Erhöhung des mittleren Haushaltseinkommens um 25% bedeutet; dies resultiert aus 8 US-Dollar Ersparnis pro Monat beim Kerosin und zusätzlichem Einkommen von 33 US-Dollar je Monat.
  • Der Kerosinverbrauch eines typischen Haushaltes verringerte sich um 4,4 Liter pro Monat, was einer Reduktion von CO2 um 132 kg pro Jahr entspricht. Über die Lebenszeit einer Solarlampe gerechnet, geht hiermit eine Reduktion um 1 – 2 Tonnen CO2 pro Haushalt einher.
  • Die Lernzeit der Kinder stieg um 45 Prozent.
  • Über 90 Prozent der Anwender/innen fühlen sich sicherer (geringere Gefahr von Bränden) und gesünder (weniger Rauch).
  • Familien sparen pro Monat 8 Stunden Zeit, weil sie die Akkus für Telefone und Taschenlampen nicht mehr außerhalb aufladen lassen müssen.
  • Das Leben ist insgesamt leichter geworden, insbesondere beim Kochen.

Wichtig für die Umsetzung vor Ort sind lokale Genossenschaften. Diese haben in der Regel stabile Organisationsstrukturen – mit regelmäßig zahlenden Mitgliedern, kontrollierter Geschäftsführung und Buchhaltung. Über diese Genossenschaften bestehen die Strukturen, um den Vertrieb der Lampen und die Rückzahlung kleiner Finanzbeträge zu gewährleisten.